Auszug aus der Laudatio "Queens - Eros des Weiblichen" anläßlich der Ausstellung
im "art & Champagne" im Januar 2009

„Schönheit ist wie ein Beben oder sie ist nicht!" (Andre Breton)

Die Malerei von Stephanie Nückel entfaltet innere Landkarten weiblicher Erotik.
Von sehnsüchtig-verträumten Romantikerinnen bis zu schrillen femmes fatales,
fächert die Künstlerin das unüberschaubar große Spektrum des weiblichen Eros auf
und hebt ihn aufs Podest.
„Queens", das bedeutet für sie vor allem Achtung vor der Weiblichkeit.
Schon seit langem mit Recherchen im Reich der weiblichen Sinne beschäftigt,
geht es Stephanie Nückel in ihrer Malerei vor allem darum, überholte Klischees
von Weiblichkeit und weiblicher Sexualität zu dekonstruieren.
Diese stellt sie in neuem Licht dar, indem sie vor allem die ur-eigenste Kraft,
Macht und Wildheit des Weiblichen betont.
Überzeugend originell präsentieren sich die meisten ihrer Queens
mit Lust und Selbstbewusstsein dem Betrachter und bewahren dabei immer
ihre Unabhängigkeit. Andere scheinen in ihre eigene Welt versunken zu sein,
in die uns die Künstlerin intime Einblicke gewährt. Das Rätsel des Erotischen
strahlt von Stephanie Nückels Bilden als etwas Wildes, Freies, Brüchiges,
teils Verruchtes und Phantasieerweckendes entgegen, das sich auf keinen
einheitlichen Nenner bringen lässt. Allen ihren Bildern aber ist eines gemeinsam,
nämlich die Unmöglichkeit, ihren Queens zu nahe zu treten:
„Erotik ist für mich etwas Nächtliches, weil sie mit Dunkelheit und Geheimnis
zusammenhängt. Das Erotische offenbart sich nie im grellen Licht, sondern braucht
sein halb verborgenes Schattenreich." (Stephanie Nückel)

Jutta Czapski
(Doktorandin/Ästhetik, Humboldt-Universität Berlin)