Stephanie Nückel lebte seit 1984 in Berlin und ist seit 1999 freischaffende bildende Künstlerin im Bereich Malerei.

 

Sie ist fasziniert vom Rätsel des Weiblichen, bricht dabei mit Cliches und räumt mit typisch weiblichen Rollenerwartungen auf. Was sie wirklich interessiert, ist die entfesselte und befreite Macht weiblichen Seins in all ihren Erscheinungsformen. Sie trägt immer wieder aufs Neue die Schichten von kulturell Tradiertem ab und spielt gleichzeitig herausfordend damit.

 

 

Stephanie Nückel singt den Frauen ein malerisches Hohelied, in dem sich Weiblichkeit in all ihrer Vielfalt und Schönheit, in ihrem Geheimnis entfaltet.

Hier ist die Frau nicht Objekt. Sie ist aktiv Fühlende und Handelnde.

Ohne Wertung gibt die Künstlerin den Frauen ihren Raum - von der Heiligen über die Hure hin zu den Göttinnen – ein prächtiger Reigen weiblichen Seins.

Ihre Frauen dürfen sein. Verletzlich, eigensinnig, wild schön und zerbrechlich.

Sie tragen das Mysterium des Weiblichen im Abgründigen wie im Erhabenen immer in sich.

 

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Stephanie Nückel had lived in Berlin since 1984 and has been a freelance visual artist in the field of painting since 1999.
She is fascinated by the riddle of the feminine, breaks with clichés and does away with typical female role expectations. What really interests her is the unleashed and liberated power of being female in all its forms. Again and again she removes the layers of the cultural tradition and at the same time plays with it in a challenging manner.


Stephanie Nückel sings to women a picturesque song in which femininity unfolds in all its diversity and beauty, in its secret. Here the woman is not an object. It is active in feeling and acting.
Without rating, the artist gives the women their space - from the saint to the whore to the goddess - a magnificent round dance of female existence.
Your women can be. Vulnerable, headstrong, wildly beautiful and fragile.
They always carry within themselves the mystery of the feminine in the abyssal as in the sublime.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was interessiert Sie an Kunst?

 

Das Unbefleckte. Kunst ist zunächst  jungfräulich. Und offen. Sie trägt tausenderlei Kleid. Immer wieder aufs Neue. Es ist das Ungreifbare, das Mysterium, das mich fasziniert,

 

 

 Warum haben sie sich für diesen Beruf und diese  Kunstrichtung entschieden?

 

Ich wollte es.

Immer.

Es ist mir eine große Lust leere Leinwände zu verwandeln. Das Finden des Themas, das Mischen der Farben, die Konsistenz, die Nuancen. Der Aufbau. Die Zerstörung. Die Gewalt und die Schönheit, die umeinander tanzen und ihren Raum finden.

 

Was ich besonders liebe ist. Trash. Trash ist wilde Energie für mich und diese nutze ich zum malen.

Trashige Göttinnen? Es könnte noch etwas trashiger werden! Ich arbeite dran.

 

 

 

Was beeindruckt sie wirklich?

 

Intensität. Es gibt da diesen Moment. Wenn Menschen, singen, tanzen, Theater spielen. Ich nenne es den göttlichen Funken, der überspringt. Der Moment in dem der Künstler sich selbst vergißt. Der Moment als Paul Pot vor der gelangweilten Jury angefangen hat zu singen. Ich bekomme bei so etwas Gänsehaut und etwas sehr Tiefes in mir wird berührt.

 

 

Warum malen Sie Frauen? Sind Sie Feministin?

 

Ich fühle mich eher als Humanistin. Frauen machen die Hälfte der Menschheit aus.

      Ich mag Männer. Ich genieße es mit ihnen zusammen zu sein. Ich mag ihr anders in der Welt sein.

 

In meiner Malerei geht es  jedoch darum, dem Weiblichen  Ausdruck zu verleihen und ihm Raum in der Welt zu geben. Die Welt braucht die weibliche Grundenergie mehr denn je.

 

 

 

Was überrascht sie?

 

Wenn jemand wirklich zuhört und sich öffnet. Das ist selten geworden. Und immer sehr schön.

 

 

 

Was inspiriert sie?

 

Kunst. Natur. Das Leben.

Unsere Welt und mein Leben mit all den Fragestellungen und all den Eindrücken. Die dringen in mich ein,

gären dort vor sich hin wie in einem alchemistischen Umwandlungsprozess und landen früher oder später auf

meiner Leinwand.

 

 

 

Welche Menschen finden sie spannend?

 

Ich mag eigensinnige Menschen. Die Eigenschaft finde ich  spannend und sie war vor allem bei Frauen lange verpönnt.

Menschen, die mit einem "Anfängergeist" - so heißt es Buddhismus - leben. 

 

 

 

 

Was läßt sie aufhorchen und was reißt sie hoch?

 

Gute Parties. Extreme. Ich bin schon kick addicted. Früher war das extrem, da bin ich immer an die Grenzen gegangen – und drüber. Mittlerweile reichen auch leisere Töne. Ich bin etwas zarter geworden.

 

Gute Ideen. Ich merke recht schnell, ob etwas stimmig ist, neu, machbar, aufregend und ob Begeisterung mitschwingt.

 

 

 

Was macht ihnen Lust?

 

Tanzen. Sex. Kochen.

 

Gestalten. Ob das ein Salat ist, die Beleuchtung eines Raumes, eine Veranstaltung, Begegnungen. Bilder.

 

 

 

Was verzaubert sie?

 

Das Zarte. Begegnungen. Berührungen. Menschlichkeit.

 

 

 

 

 

Warum haben sie 36  Jahre in Berlin gelebt und warum sind sie gegangen??

 

Als ich im Orwelljahr 1984 ins dystopische Berlin gekommen bin, war das die für mich aufregendste Stadt Europas. Hier herrschte Freiheit. Mit Mauer drumherum. Ich mochte das Unkontrollierbare, Chaotische, Wilde. Das düstere und kaputte. Es war ein starker Spiegel.

 

Bis 2008 war ich gerne in der Stadt. Smartfones, Tripadvisor, Immobilienhaie und Dummheit haben die Stadt auf eine Weise verändert, die mir nicht mehr gefällt.

 

Die Szene war überschaubar. Die Stadt entspannt. 

Das Intime ist verschwunden. Die Räume der Möglichkeiten. Die Leere.

Deshalb habe ich die Stadt verlassen. Sie war lange eine schwierige, aber förderliche Freundin, aber wir haben uns auseinander gelebt. 

 

 

 

Wovon träumen sie als nächstes?

 

Vom Haus am See ;)

Von einer richtig schöne Gruppenausstellung, mit einer Vernissage bei der die Hütte brennt!

 

 

 

Was kotzt sie an sie an ihrem Job eigentlich richtig an?

 

Die Unberechenbarkeit.