Von 1984 - 2021 habe ich in Berlin gelebt und bin seit 1999 freischaffende bildende Künstlerin im Bereich Malerei.

 

 

 

Das Thema, das mich gepackt hat, ist weibliches Empowerment.  

 

Alles in mir wehrt sich gegen Konventionen, die unbedacht übernommen und reproduziert werden. 

Ich will mit meiner Malerei rufen:  Denk nach, schau hin - bevor Du womöglich in die Falle läufst. Entscheide Dich für das was DU willst, was Dir schmeckt. Sei so laut oder leise, so bunt oder schräg wie es Dich bistt. Suche Dich, finde Dich, lebe Dich! Sei kein Abziehbild eines Instaposts.

Meine Arbeiten beziehen sich auf das Erleben als Frau in der westlichen Welt.

Hier befasse ich mich mit Wahrnehmung von Frau sein in Medien, in der Werbung, in meinem Umfeld.

Ich bin eine Beobachterin von Strömungen, die ich in meiner Malerei aufgreife und "kommentiere".

Ich wünsche mir, dass meine Arbeiten Menschen berühren, etwas in ihnen zum Klingen bringen, für das es manchmal keine Worte gibt.

 

Ich befasse mich mit diesen Themen, weil sie mich etwas „angehen“. Die Themen drängen und wollen umgesetzt werden. Wie z.B. das Hasenthema – die lieb gemeinte Gewalt. Dieses Thema hat so in mir gearbeitet, dass es unbedingt umgesetzt werden musste, auch wenn davon auszugehen war, dass sich diese Arbeiten trotz poppiger Farbigkeit, schwer verkaufen lassen. 

Oder „meine“ Frauen, die mit starker Präsenz im Bild stehen. Trotz ihrer Verletzlichkeit strahlen sie Selbstbewusstsein und Kraft aus. Von Ihrer Vielschichtigkeit erzähle ich durch starke Farben, die im Kontrast zu den zu zarten, fein abgemischten Tönen stehen.

„Meine“ Frauen sind keine Opfer. Sie sind auf Augenhöhe und sind keine Objekte der Begierde. Sie sind Macherinnen, Täterinnen, bewusste Verführerinnen. Aggressive Berechtigte. Rollen, die sie über Jahrhunderte nicht einnehmen durften. Ich denke der Menschheit ist viel Potential dadurch verloren gegangen und es wird Zeit, Weiblichkeit komplexer wahrzunehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was interessiert Sie an Kunst?

 

Das Unbefleckte. Kunst ist zunächst  jungfräulich. Und offen. Sie trägt tausenderlei Kleid. Immer wieder aufs Neue breit. Es ist das Ungreifbare, das sich stetig Wandelnden, das Mysterium, das mich fasziniert,

 

 

 Warum haben sie sich für diesen Beruf und diese  Kunstrichtung entschieden?

 

Ich wollte Künstlerin sein.

Immer.

Es ist mir eine große Lust leere Leinwände zu verwandeln. Das Finden des Themas, das Mischen der Farben, die Konsistenz, die Nuancen. Der Aufbau. Die Zerstörung. Die Gewalt und die Schönheit, die umeinander tanzen und ihren Raum finden.

 

Was ich besonders liebe ist. Trash. Trash ist wilde Energie für mich und diese nutze ich zum malen.

Trashige Göttinnen? Meine könnten noch etwas trashiger werden! Ich arbeite dran.

 

  

Was beeindruckt sie wirklich?

 

Intensität. Begeisterung. Es gibt da diesen Moment. Wenn Menschen, singen, tanzen, Theater spielen. Ich nenne es den göttlichen Funken, der überspringt. Der Moment in dem der Künstler sich selbst vergißt. Der Moment als Paul Pot vor der gelangweilten Jury angefangen hat zu singen. Ich bekomme bei so etwas Gänsehaut und etwas sehr Tiefes in mir wird berührt.

 

 

Warum malen Sie Frauen? Sind Sie Feministin?

 

Ich fühle mich eher als Humanistin. Frauen machen die Hälfte der Menschheit aus.

Ich mag Männer. Ich genieße es mit ihnen zusammen zu sein. Ich mag ihr anders in der Welt sein.

 In meiner Malerei geht es  jedoch darum, dem Weiblichen  Ausdruck zu verleihen und ihm Raum zu geben. Die Welt braucht dringend mehr Weibliches.

 

 

Was überrascht sie?

 

Wenn jemand wirklich zuhört und sich öffnet. Das ist selten geworden. Und immer sehr schön.
Mut. 

 

 

Was inspiriert sie?

 

Kunst. Natur. Das Leben.

Unsere Welt und mein Leben mit all den Fragestellungen und all den Eindrücken. Die dringen in mich ein,

gären dort vor sich hin wie in einem alchemistischen Umwandlungsprozess und landen früher oder später auf

meiner Leinwand.

 

 

Welche Menschen finden sie spannend?

 

Ich mag eigensinnige Menschen. Die Eigenschaft finde ich  spannend und sie war vor allem bei Frauen lange verpönnt.

Menschen, die mit einem "Anfängergeist" - so heißt es Buddhismus - leben. 

 

  

Was läßt sie aufhorchen und was reißt sie hoch?

 

Gute Parties. Extreme. Ich bin schon kick addicted. Früher war das extrem, da bin ich immer an die Grenzen gegangen – und drüber. Mittlerweile reichen auch leisere Töne. Ich bin etwas zarter geworden.

 

Gute Ideen. Ich merke recht schnell, ob etwas stimmig ist, neu, machbar, aufregend und ob Begeisterung mitschwingt.

 

 

Was macht ihnen Lust?

 

Tanzen. Sex. Kochen.

 

Gestalten. Ob das ein Salat ist, die Beleuchtung eines Raumes, eine Veranstaltung, Begegnungen. Bilder.

 

 

 

Was verzaubert sie?

 

Das Zarte. Begegnungen. Berührungen. Menschlichkeit. Echtes Engagement.

 

  

Warum haben sie 36  Jahre in Berlin gelebt und warum sind sie gegangen??

 

Als ich im Orwelljahr 1984 ins dystopische Berlin gekommen bin, war es die für mich aufregendste Stadt Europas. Hier herrschte Freiheit. Mit Mauer drumherum. Ich mochte das Unkontrollierbare, Chaotische, Wilde. Das düstere und kaputte. Es war ein starker Spiegel.

 

Die Szene war überschaubar. Die Stadt entspannt. 

Das Intime ist verschwunden. Die Räume der Möglichkeiten. Die Leere.

 

Bis 2008 war ich gerne in der Stadt. Smartfones, Tripadvisor, Immobilienhaie und Dummheit haben die Stadt auf eine Weise verändert, die mir nicht mehr gefällt.

Deshalb habe ich die Stadt verlassen. Sie war lange eine schwierige, aber förderliche Freundin, aber wir haben uns auseinander gelebt. 

 

 

Wovon träumen sie als nächstes?

 

Vom Haus am See ;)

Von einer richtig schöne Gruppenausstellung, mit einer Vernissage bei der die Hütte brennt!

 

 

 Was kotzt sie an sie an ihrem Job eigentlich richtig an?

 

Die Unberechenbarkeit.