Wo alle Schuld sind, ist es keiner. (Hannah Arendt)

Die Selbstmordrate von US Teenagerinnen hat sich laut der Amerikanischen Psychologin Jean Twenge

in den vergangenen 9 Jahren mehr als verdoppelt. 

Seit Beginn von Instagram hat sich die Zahl der BBL (Brasilian But Lifts) verdreifacht und schon zu etlichen Todesfällen geführt.

 

Die Ursachen? Sind vielfältig und auch gleich. 

Ein verbindendes Element sind die sozialen Medien. Sie haben einen ebenso komplexen, wie schwer durchschaubaren Einfluss auf uns Menschen – insbesondere auf Kinder und Jugendliche. 

 

Für Heranwachsende sind (Online)Verbindungen das Allerwichtigste. Hier suchen sie Orientierung und Bestätigung.

Das allgegenwärtige Smartfone mit seinen vielfältigen Funktionen hat hier eine sehr dominante Rolle übernommen.

So arrangieren Teenager ihre Leben um das, was sie in den verfügbaren Medien darstellen (könnten). Es wächst eine Generation heran, für die Kommunikation und Kultur in erster Linie Manipulation bedeutet. 

Unsere Welt ist chaotisch, überfordernd und unperfekt. Doch in der Selbstdarstellung in den SM scheint Perfektion möglich. Das „p_e_r_f_e_k_t_e_“  L_e_b_e_n_, das in den SM gezeigt wird, wird kurzfristig mit Likes und oberflächlichen Bemerkungen belohnt. So werden Glücksgefühle durch Dopaminausschüttung aktiviert, was in eine Spirale führt, die starke Sucht erzeugt, den Selbstwert unterminieren und isolieren kann. Denn es ist eine brüchige Popularität, die die Kids leer zurücklässt. Werte und Wahrheit werden immer ungreifbarer. 

Die Wahrheit scheint langweilig. Um uns dauerhaft bei der Stange zu halten, blasen die Sozialen Medien Gerüchte auf, bis wir nicht mehr wissen, worum es eigentlich geht. 

All das beeinflusst uns, vor allem jugendlichen Gehirne können sie durch ihre noch sehr offnen Struktur schwer schützen. 

 

Die Kids sind diesem System hilflos ausgeliefert. Sie können die Komplexität des Geschehens nicht erfassen. Goliath gegen David. Sie haben keine Chance gegen die ausgefeilte Art der Manipulation und dem so gefeatuerten Überwachungskapitalismus. 

Alles wird getrackt und gemessen. All die Daten, die wir freiwillig geben, lassen tiefe Schlüsse auf uns zu. Unser Verhalten wird vorausschaubar und beeinflussbar. Schwachstellen der menschlichen Psyche werden ausgelotet und gnadenlos benutzt. 

 

Wir kennen die Tricks (zum Teil!) und fallen trotzdem drauf rein. Willenskraft reicht nicht, um sich dem Pinball Wizard zu entziehen. 

Das erklärte oberste Ziel der sozialen Medien ist, uns am Bildschirm zu halten. 

Ein überwiegend nichtmenschliches System – die künstliche Intelligenz – wird eingesetzt, um uns vom Menschen zum Nutzer zu machen. Alles Weitere interessiert hier nicht. Es gilt die Religion des Profits. 

Wer sich noch blauäugig dem Glauben hingibt, das uns das doch alles nur dient, muss verstehen, dass dies keine Technologie mehr ist, die unser Werkzeug darstellt. Ein Werkzeug liegt herum, bis man es braucht möchtest. SM ist etwas anderes - eine Sucht und Manipulationstechnologie. Sie wartet nicht bis Du sie benötigst, sondern nimmt von sich aus aktiv Einfluss. So zeigt z.B. Google an verschiedenen Orten und für verschiedene Menschen unterschiedlichste Antworten auf denselben Suchbegriff. Kein Mensch weiß mehr, was wir warum bei Facebook sehen. 

Natürlich betrifft das uns (fast) alle. Mich berührt vor allem die Verletzbarkeit der Mädchen.

 

Meine rebellischen Punkgirls zeigen kontroverse Positionen auf und dass Perfektionismus keinen Wert hat. Er ist nicht not-wendig. Eine eigene Haltung und Meinung trägt und schützt deutlich besser. Sich selbst wahrzunehmen und zu vertrauen formt eine stabile Identität – nicht der digitale Applaus. Man muss nicht alles haben, alles können und sein, um in der Welt zu bestehen und gemocht zu werden. 

 

Meine Bilder bieten eine andere Identifikationsmöglichkeit. Sie erzählen von jungen Frauen, die es wagen sie selbst zu sein. Rebellisch, unangepasst, kreativ und selbstbewusst.

Sie dürfen mürrisch, zerbrechlich, fragend, aggressiv und aufmüpfig sein. Sie wollen sich nicht an ein glattes Metaverse anpassen, sondern suchen ihre eigenen Wege.

Es geht um Selbstermächtigung, sich eigen(sinnige) Gedanken zu machen und darum die Dinge zu hinterfragen.

Dazu möchte ich junge Frauen mit meinen Arbeiten auffordern.