Wo alle Schuld sind, ist es keiner. (Hannah Arendt)

 

 

Die Selbstmordrate von US Teenagerinnen hat sich in den vergangenen 8 Jahren mehr als verdoppelt.

 

Die Ursachen? Sind vielfältig und auch gleich.

Das Verbindende sind die sozialen Medien. Sie haben einen genauso komplexen wie schwer erfassbaren Einfluss auf uns – besonders auf Kinder und Jugendliche.

 

Für junge Menschen sind (Online)Verbindungen das Allerwichtigste.

 

Die heutigen Teenager arrangieren ihre Leben stark um das, was sie in diesen Medien darstellen. Es wächst eine Generation heran, für die Kommunikation und Kultur in erster Linie Manipulation bedeuten.
In unserer unperfekten Welt scheint hier Perfektion möglich.  Das „perfekte“ Leben, das in den SM gezeigt wird, wird kurzfristig mit Likes und oberflächlichen Bemerkungen belohnt – Glücksgefühle werden aktiviert. Eine suchterzeugende Dopaminausschüttung. Doch es ist eine brüchige Popularität, die die Kids leer zurücklässt.
Werte und Wahrheit lösen sich immer weiter auf. 

 

Die Wahrheit scheint langweilig.
Um uns ständig anzuteasern blasen die Sozialen Medien Gerüchte auf, bis wir nicht mehr wissen, worum es eigentlich geht.
Und all das sickert besonders in die offenen, jugendlichen Gehirne.

Die Kids sind diesem System hilflos ausgeliefert. Sie können die Komplexität des Geschehens nicht wahrnehmen. David gegen Goliath ist dagegen ein Witz. Sie haben keine Chance gegen diesen Überwachungskapitalismus.

 

Alles wird getrackt und gemessen.
All die Daten, die wir geben, lassen tiefe Schlüsse auf uns zu. So wird unser Verhalten vorausschaubar und beeinflussbar.  Schwachstellen der menschlichen Psyche werden benutzt.

 

Wir kennen die Tricks (zum Teil!) und fallen trotzdem drauf rein. Willenskraft reicht nicht, um sich dem Pinball Wizard zu entziehen.

 

Das erklärte oberste Ziel der sozialen Medien ist, uns am Bildschirm zu halten.

 

Ein überwiegend nichtmenschliches System – die künstliche Intelligenz – nutzt sie, um uns vom  Menschen zum Nutzer zu machen. Alles Weitere interessiert hier nicht. Es gilt die Religion des Profits.

 

Wer sich noch blauäugig dem Glauben hingibt, das uns das doch alles nur dient, muss verstehen, dass dies keine Technologie mehr ist, die unser Werkzeug darstellt. Ein Werkzeug liegt herum, bis Du es benutzen möchtest. SM ist etwas anderes - eine Sucht und Manipulationstechnologie. Sie wartet nicht bis Du sie brauchst, sondern nimmt von sich aus aktiv Einfluss. So zeigt z.B. Google an verschiedenen Ort und für verschiedene Menschen unterschiedlichste Antworten auf Suchbegriffe. Kein Mensch weiß mehr wer was warum bei Facebook sieht.

 

Natürlich betrifft das uns (fast) alle.
Doch mich berührt die Verletzbarkeit der Mädchen, ihre Manipulierbarkeit und ihre Zartheit.

 

Meine rebellischen Punkgirls zeigen, dass Perfektion keinen Wert an sich hat.
Sie ist nicht not-wendig.
Eine eigene Position und Meinung trägt und schützt viel besser. Sich selbst wahrzunehmen und zu vertrauen formt eine stabile Identität – nicht der digitale Applaus. Man muss nicht alles haben, alles können und sein, um in der Welt zu bestehen und gemocht zu werden.

 

Meine Bilder bieten eine andere Identifikationsmöglichkeit. Sie verschwinden nicht in Sekundenschnelle und sind ein Angebot, eigensinnig zu sein, sich selbst zu ermächtigen und zu spielen.