Eigensinn

 

Sein Ruf ist miserabel.

Vor gut 250 Jahren bezeichnete ein gewisser General Clausewitz ihn als „Gemütsfehler“ und empfahl Eltern eindringlich, ihn mit Gewalt auszutreiben.

Dabei ist die verpönte Eigenschaft eine gute Sache, denn sie unterstützt etwas, das wir heute dringend brauchen:  gesunde Resilienz. 

 

Unbedingter Gehorsam war über zweieinhalb Jahrhunderte hinweg das Erziehungsideal. Fragwürdige Methoden wie prügeln, erniedrigen, wegsperren, hungern lassen und missbrauchen, produzierte perfekte Untergebene und Befehlsempfänger, die das Jahrhundert der Diktaturen prägte und im Nationalsozialismus gipfelte.

 

Heute leben wir Konsum statt Eigensinn. Versuchen Perfektion in einer unperfekten Welt. Setzen uns damit bis zum Burnout unter Druck.

Das Ganze wird durch die sozialen Medien untermauert, denn hier wird zum Perfektionismus aufgefordert, ohne dass erkannt wird:

 der Mensch hat gegen die Maschine keine Chance.

 

Deshalb ein Plädoir für den Eigensinn.

Die eigenwilligen Punkgirls auf den aktuellen Arbeiten, fordern auf NEIN zu sagen, zu hinterfragen und sich seinen Raum zu erobern.

Sie sind keine braven Untertaninnen, sie lassen sich nicht einlullen. Sie beziehen eine eigene Position und sind bereit diese zu verteidigen.

Sie stehen zu ihren Makeln und Verletzungen. Sie wollen nicht perfekt, sondern lebendig sein. Sie stehen für sich ein, obwohl sie verletzlich sind.

Sie sind keine willfährigen Konsumentinnen.

Sie suchen Sinn außerhalb der Art von Sinn, den unsere materiellen Gesellschaften vermittelt, denn sie haben verstanden, dass Äußerlichkeiten und die Jagd nach materiellen Dingen nur einen kurzen Befriedigungskick geben.

Die eigensinnigen Mädchen haben keinen Bock auf den zermürbenden Kreislauf aus Schuften, Erschöpfung und Ablenkung.

Für sie heißt sinnvoll zu leben, selbst gewählten Zielen zu folgen und Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen. Auch wenn Welt, Freunde und Eltern etwas anderes erzählen. Sie forschen nach ihren eigenen Lebensgründen.

Stubbornness

 

Its reputation is miserable.

A good 250 years ago, a certain General Clausewitz described him as a "bad temper" and strongly recommended that parents drive him out by force.

The frowned upon quality is a good thing because it supports something that we urgently need today: healthy resilience.

 

Unconditional obedience was the ideal of education for two and a half centuries. Questionable methods such as beating, humiliating, locking up, starving and abusing produced perfect subordinates and order takers that shaped the century of dictatorships and culminated in National Socialism.

 

Today we live consumption instead of stubbornness. Try perfection in an imperfect world. Put us under pressure until burnout.

The whole thing is underpinned by social media, because here perfectionism is requested without realizing:

man has no chance against the machine.

 

Hence a plea for stubbornness.

The idiosyncratic punk girls on the current work demand to say NO, to question and to conquer your space.

They are not good subjects, they do not allow themselves to be lulled. You take your own position and are ready to defend it.

They stand by their flaws and injuries. You don't want to be perfect, you want to be alive. They stand up for themselves even though they are vulnerable.

They are not compliant consumers.

They seek meaning outside of the kind of meaning our material societies convey because they understand that appearances and the hunt for material things only give a brief kick of satisfaction.

The stubborn girls don't feel like the grueling cycle of villains, exhaustion and distraction.

For them, living meaningfully means following self-chosen goals and taking responsibility for themselves and their lives. Even if the world, friends and parents tell something different. They search for their own reasons for life.